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Ein Jahr nach seinem zu frühen Tod fand am 26. Januar 2020 ein Gedächtniskonzert in der Aula der Martin-Luther-Universität statt, gewidmet Klaus Froboese, Intendant der Oper Halle und Mitglied des Vorstandes der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft.

Ich glaube, dieses Konzert hätte ihm gefallen, wenn es ihm vergönnt gewesen wäre, dabei zu sein. War er doch ein ausgesprochener Liebhaber des barocken Klanges. Dem Händelfestspielorchester verpasste er den richtigen Klang für die alte Musik, in dem er es auf historischen Instrumenten musizieren ließ. Die Musikerinnen und Musiker zeigten, wie es Bernhard Prokein formulierte, dass sie erwachsen geworden seien und auch ohne Dirigenten aufspielen konnten. So interpretierten sie Konzertwerke von Georg Friedrich Händel, Jean-Baptiste Lully und Luigi Boccherini. Den Höhepunkt vor der Pause schaffte eine Sängerin, die in seiner Amtszeit als Intendant das „Laufen“ gelernt hatte und zu einer Bühnenpersönlichkeit ersten Ranges wurde, Martina Rüping. Sie sang anrührend die Arie „Guardian angels, oh, protect me“ – Schutzengel, oh beschütze mich – aus „The Triumph of Time and Truth“.

Den 2. Teil des Konzertes füllte die Kantate „Oh! Come chiare e belle“ – Oh! Wie klar und schön von Georg Friedrich Händel, geschrieben in seiner Zeit an den Höfen Italiens, vielleicht treffend als seine Gesellenzeit als Tonkünstler zu bezeichnen. Melodien und Klangfolgen verwendete der Meister später in seinen Opern. Gesungen wurde diese Kantate meisterlich von Romelia Lichtenstein, Melanie Hirsch und Yulia Sokolik. Letztere die einzige Sängerin, die nicht von Klaus Froboese gefördert und gefordert wurde.

Es war ein Konzert der Extraklasse, das verkörperte, dass uns Klaus Froboese als freundlicher und humorvoller Mensch in Erinnerung bleiben wird. Dieses haben alle Musikerinnen und Musiker den Zuhörern mit auf den Weg gegeben.

Martina Rüping und Romelia Lichtenstein erinnerten mit persönlichen Worten an Klaus Froboese, den einzigen wirklichen Intendanten, den die Oper Halle seit 1991 hatte und diese Verantwortung 17 Jahre trug. Er hat damals bei seiner Übernahme der Leitung des Hauses das komplette Ensemble übernommen.

Wir wünschen uns, dass dieses Erinnerungskonzert eine Tradition begründen möge, denn Klaus Froboese hat es verdient, nicht in Vergessenheit zu geraten.

Rüdiger Ulbrich 27.01.2019


Text und Foto: ©Rüdiger Ulbrich