
Soiree am besonderen Ort zu MEDEA
20. April 2026
„Das Spielwerk und die Prinzessin“ – Nachgespräch im Operncafé
1. Juni 2026Zwei Tage Bayreuth mit den Opernfreunden
Eine Kultur- und Theaterfahrt führte 19 Mitglieder der Gesellschaft der Opern- und Ballettfreunde vom 8. bis 10. Mai nach Bayreuth. Verbinden die Wagner-Freunde mit diesem Städtenamen die alljährlichen Festspiele auf dem „Grünen Hügel“, wollten wir zu den Gluck-Festspielen das barocke „Markgräfliche Opernhaus“ kennenlernen und genießen. Bayreuth empfing uns als gastfreundliche Stadt voller Traditionen und interessanter historischer Bauwerke. In zwei Vormittagsstunden lernten wir dank einer kundigen Stadtführerin etwas zur Geschichte, Kultur und Architektur Bayreuths kennen: die Stadtkirche, das Alte und das Neue Schloss, den Hofgarten und die historische Fußgängerzone. Bayreuth wurde jahrhundertelang von einer Nebenlinie der Hohenzollern beherrscht, wurde 1791 preußisch und erst 1810 bayerisch. Auf Schritt und Tritt wird dort aber die fränkische Tradition betont – von der Mundart bis zur Bratwurst und dem hier gebrauten Maisel-Bier.
Die Schwester des Preußenkönigs Friedrich II. war die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth. Sie komponierte und dichtete nicht nur, sondern initiierte auch 1748 den Bau des Markgräflichen Opernhauses, eines der wenigen original erhaltenen barocken Theater. Dieser Prachtbau mit seiner pompösen hölzernen Innenausstattung gehört seit 2012 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wir erlebten eine konzertante Aufführung der Oper „Paride ed Elena“ aus dem Jahre 1770 von Christoph Willibald Gluck, der nicht weit von Bayreuth in Erasbach (Oberpfalz) geboren wurde. Der derzeitige Intendant der Gluck-Festspiele Michael Hofstetter, ein ausgewiesener Kenner der alten Musik, dirigierte gut aufgelegt und temperamentvoll die stilsicher spielende Akademie für Alte Musik Berlin, deren Continuo-Part mit Cembalo, Harfe und Gitarre farbenkräftig besetzt war. Als Gesangssolisten überzeugten Samuel Marino als Paride, Roberta Mameli als Elena, unsere „Hallenserin“ Vanessa Waldhart als Amor und Soula Parassidis als Athene. Trotz des „nur“ konzertanten Charakters spielten die Akteure in Mimik, Gestik und Stimmfärbung ihre Rollen voll aus – alle „Affekte“ betonend von Trauer und Schmerz bis Liebessehnsucht und Freude. Das war ein großes musikalisches Erlebnis!
Unsere Abreise konnte nicht erfolgen, ohne zweier Wahl-Bayreuther zu gedenken: In der Bayreuther Friedrichstraße sahen wir die Gebäude der Klavierbau-Firma Steingräber sowie das Wohn- und Sterbehaus und das Denkmal von Jean Paul. Dieser Dichter, der von 1804 bis 1825 in Bayreuth lebte, war zu seiner Zeit berühmter und wurde häufiger gelesen als Goethe. Dann ging es zu Richard Wagner. Die Villa „Wahnfried“ ließ sich der Komponist als Wohnhaus und Treffpunkt für gesellige Zusammenkünfte bauen. Heute ist es Richard-Wagner-Museum und informiert über Leben und Werke des Komponisten und Autors sowie über die Geschichte der Bayreuther Festspiele seit 1876. Im benachbarten Siegfried-Wagner-Haus erfuhr man Fakten über die Verstrickung der Wagner-Nachkommen mit dem Nationalsozialismus.
Voller Eindrücke von zwei prall gefüllten „Kultur-Tagen“ traten wir Opernfreunde die Heimreise an. Herzlichen Dank unseren Organisatoren Katrin Dinebier, Peter Kubiak und Thomas Röder für die wie immer perfekte Vorbereitung und Durchführung.
MST 11.05.2026

































