
Floßfahrt 3.0, „Die Oper geht …“
9. Juli 2026Unter diesem Motto lud die Gesellschaft der Freunde der Oper und des Balletts Halle am 13. September 2026 zum zweiten Mal ins Operncafé ein. Standen vor einem Jahr zwei Sängerpersönlichkeiten – Elisabeth Hinze und Jürgen Trekel – im Mittelpunkt des Interesses, war es diesmal Prof. Christian Kluttig, der aus seinem Leben und aus seiner Zeit als Chefdirigent an der Oper Halle berichtete. Moderiert und befragt von Michael Stolle (auch er ehemaliger Kapellmeister in Halle), ließ Christian Kluttig die Zeit von 1979 bis 1990 lebendig werden.
Im Mittelpunkt des ersten Teils der Veranstaltung standen die Aufführungen der Opern von Georg Friedrich Händel. Alljährlich wurde von Kluttig in dieser Zeit eine neue Händel-Oper einstudiert und dirigiert, insgesamt waren es zwölf Werke, die zum Teil durch Bild und Tonbeispiele lebendig wurden. Auch die Herkunft Kluttigs als Sohn eines Kirchenmusikers und Studium in seiner Heimatstadt Dresden sowie die Dirigentenjahre in Chemnitz und Koblenz riefen Interesse hervor. Lebendig wurde sein bis heute anhaltendes musikalisches Engagement auch durch sein Vierhändig-Spiel (Bach und Händel) gemeinsam mit Michael Stolle.
Im zweiten Teil des musikalischen Porträts stand die Uraufführung der Oper „Candide“ von Reiner Bredemeyer in Halle vor 40 Jahren. Nachdem die Musikwissenschaftlerin Ute Bredemeyer ein biographisches Porträt des Komponisten gegeben hatte, berichtete die Sängerin Juliane Claus als Darstellerin der Kunigunde von den Problemen der damaligen Einstudierung und Aufführung. Prof. Kluttig erläuterte die nicht unkomplizierte Musik Bredemeyers, und es konnten sodann vier Szenen aus dieser Oper (nach dem Roman von Voltaire) mit Text- und Tonbeispielen sowie Aufführungsfotos verfolgt werden.
Ein gelungener Nachmittag im gut besuchten Operncafé, dem in Jahresfrist eine weitere Erinnerungs-Veranstaltung folgen könnte.
MST
Fotos © Andreas Stanicki







